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Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Saarlouis - Gefäßzentrum
In Zeiten, in denen die Menschen immer älter werden und Zivilisationskrankheiten wie die Zuckerkrankheit zunehmen, treten vermehrt krankhafte Veränderungen der Gefäße in den Vordergrund.
Insgesamt gibt es beim Menschen drei Gefäßsysteme: Arterien, Venen und Lymphbahnen. Die bedrohlichsten Gefäßerkrankungen sind Verschlussprozesse der Arterien die je nach Gefäßregion zu Schlaganfällen, Herzinfarkten und offenen Beinen bis hin zum Beinverlust führen können. Seltenere Erkrankungen sind Aussackungen der Bauchschlagader oder Verschlussprozesse der Schlagadern innerer Organe.
Fast jeder zweite Mensch in Deutschland stirbt an den Folgen einer Gefäßerkrankung.
Verschiede Disziplinen haben sich der Diagnostik und Behandlung von Gefäßerkrankungen verschrieben. Im Wesentlichen sind dies Angiologen, Radiologen und Gefäßchirurgen.
Der Angiologe sieht das gesamte Spektrum der Gefäßerkrankungen und kann mit Hilfe insbesondere von Ultraschallverfahren, aber auch von plethysmografischen und mikroskopischen Verfahren entscheiden, ob ein konservatives oder „invasives“ Verfahren notwendig ist.
Bei ergänzenden Fragestellungen stehen den Radiologen die Methoden der erweiterten Bildgebung (Computertomografie und Kernspintomografie) zur Verfügung. Die Angiografie ist ein Verfahren, mit dem Verschlussprozesse der Arterien am besten erkannt und in vielen Fällen auch gleichzeitig mit Hilfe einer Aufdehnung oder einer Stenteinlage saniert werden können.
Die Gefäßchirurgie beseitigt Engstellen und Verschlüsse an Hals-, Bauch-, Becken- und Beinschlagadern. Verschiedene Methoden zur lokalen Gefäßerweiterung oder zum Gefäßersatz (Bypass) stehen hier zur Verfügung. Bei Notfällen kann auch im Operationssaal eine Angiografie durchgeführt und die Erkrankung mittels einer Aufdehnung, einer Stenteinlage, eines Bypasses oder der Kombination dieser Verfahren behandelt werden (sog. Hybrideingriff).
Bei Aussackungen der Bauchschlagader kann diese direkt ersetzt oder in vielen Fällen ohne Bauchschnitt durch ein „minimal invasives“ Vorgehen (Stent-Graft) mit Hilfe eines Zugangs über die Leiste von innen geschient und somit ausgeschaltet werden.
Ergänzt wird das operative Spektrum durch die Anlage von Zugangswegen zur Dialyse (Shunt-Chirurgie) und die stadiengerechte Behandlung von Krampfadern.
Entscheidend für eine optimale Behandlung ist jedoch die Zusammenarbeit insbesondere zwischen diesen Fachrichtungen. Wir haben uns daher als Interdisziplinäres Gefäßzentrum organisiert. Das interdisziplinäre Zentrum besteht bereits seit 2005 und ist in dieser Form eines der ersten in Deutschland. Kernpunkte der Zusammenarbeit sind gemeinsame Visiten von Gefäßchirurgen und Angiologen sowie tägliche interdisziplinäre Röntgenbesprechungen. Hier werden alle stationären und ambulanten Patienten gemeinsam begutachtet und ein therapeutisches Konzept festgelegt.
Zurzeit werden im Gefäßzentrum ca. 1000 Patienten stationär und 2.500 Patienten ambulant behandelt. Die Anzahl der Operationen liegt bei ca. 1.000 Eingriffen pro Jahr, davon 70% arterielle Eingriffe. Etwa 450 Patienten pro Jahr werden angiographiert. Dieses Verfahren wird nahezu ausschließlich zur Gefäßbehandlung (Aufdehnung von Verschlussprozessen im Gefäß oder Einbringen von Gefäßstützen) eingesetzt. Rein diagnostische Angiographien sind u.a. aufgrund der hochauflösenden Ultraschalldiagnostik eher selten geworden.
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66740 Saarlouis